| Konzerte | 3. November, 20 Uhr 4. November, 19 Uhr |
| Ort | Stadthalle Waldkirch |
| Workshop | 29. Oktober bis 3. November |
| Vorprobe | 28. bis 30. September |
| Gastdirigent | Bernhard Volk Musikalischer Direktor bei "MOZART!" und "Das Phantom der Oper" |
| Solist | Adrian Romaniuc |
| Dozenten |
Wolfgang Wössner Wolfgang Roese |
| Orchester |
Sinfonisches Blasorchester |
| Benefizzweck | WABE Waldkircher Beschäftigungsinitiative e. V. |
| Schirmherr | Richard Leibinger Bürgermeister Waldkirch |
| Erlös | DM 10.550,- |
Eine halbe Stunde vor Konzertbeginn wird Bernhard Volk
eine Werkeinführung zur Symphonie Nr. 9 geben.
Programmfolge
| Symphonie Nr. 9 e-moll op. 95 "Aus der Neuen Welt" 1. Adagio - Allegro molto 2. Largo 3. Molto vivace 4. Allegro con fuoco |
Antonín Dvorák |
| Red Cape Tango | Michael Daugherty arr. Mark Spede |
| Concerto for marimba and wind ensemble | Ney Rosauro |
| El Camino Real A Latin Fantasy |
Alfred Reed |
| Symphonie Nr. 9 e-moll op. 95 "Aus der Neuen Welt" 1. Adagio - Allegro molto 2. Largo 3. Molto vivace 4. Allegro con fuoco |
Antonín Dvorák |
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Musik aus der Neuen Welt, aus Amerika. 400 Jahre nach der Entdeckung Amerikas durch Christopher Kolumbus hatten sich die Vereinigten Staaten in allen Bereichen bestens entwickelt. Allerdings fehlte dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine eigene Kulturgeschichte. Die Bevölkerung der USA bestand zum größten Teil aus Einwanderern aus Europa. Alle hatten Ihre kulturelle Heimat, ihre Wurzeln verlassen. Die Ureinwohner Nordamerikas, die Indianer wurden in Reservate zurückgedrängt. Allmählich baute sich eine eigene Identität der Amerikaner auf, nur ließ sich eine eigene Kulturgeschichte nicht einfach erfinden. Ein gewisses Minderwertigkeitsgefühl gegenüber der Tausendejahre alten Kulturgeschichte Europas ließ den Wunsch nach einer eigenen kulturellen Identität wachsen. Im September 1892 folgte Antonin Dvorak, dessen Kompositionen in den USA bekannt und populär waren, dem Ruf des New Yorker Conservatory of Music und reiste mit seiner Familie nach New York. Für drei Jahre besetzte er die Position des künstlerischen Direktors dieses Instituts. Im Januar 1893 begann er die Arbeit an seiner neuen Sinfonie, die er bereits im Mai abschloß. Er selbst gab ihr den Beinamen "Aus der Neuen Welt". Mit großen Interesse erwartete die amerikanische Musikwelt dieses ausschließlich in Amerika komponierte Werk und war gespannt darauf, wie der Komponist eine neue amerikanische Musik gestalten würde. Natürlich ist Dvorak ein Komponist mit durch und durch europäischen Traditionen. Trotzdem setzte er sich zum Ziel "amerikanische" Elemente in seine Komposition einfließen zu lassen. Was aber sind "amerikanische" Elemente, wo sind sie zu suchen? Er fand sie in den Gesängen und Tänzen der Indianischen Stämme und in den Spirituals und Arbeitsgesängen der schwarzen Arbeiter. Dvorak gelang es, Charakteristika dieser Musikkulturen wie etwa Pentatonik und rhythmische Figuren mit seiner eigenen Tonsprache zu verbinden. Die Uraufführung am 16. Dezember 1893 war ein überwältigender Erfolg. Das Publikum verlangte ein Da Capo des 2. Satzes. In seiner eigenen musikalischen Entwicklung stand Dvorak an einem Wendepunkt. Die neunte Sinfonie, sollte seine letzte bleiben. Zwar sind die Ecksätze noch in Sonatenhauptsatzform komponiert, doch weisen die beiden Mittelsätze schon in eine neue Richtung, hin zu den Tondichtungen, die Dvorak danach komponieren sollte. Der berühmte 2. Satz war in der ersten Kompositionskizze noch mit dem Titel "Legenda" (Legende, Erzählung) überschrieben und hat schon einen sehr ausgeprägten erzählerischen Charakter. Er weist musikalisch weit über den klassischen langsamen Satz einer Sinfonie hinaus. Das gesamte Werk ist zyklisch angelegt, so findet sich im 2. Und 3. Satz an exponierten Stellen Zitate des Haupthemas des ersten Satzes. Formal auf sich gestellt wirken sie wie Erinnerungen, wie Rückbesinnungen. Im letzten Satz werden sogar die Themen aller vorangegangen Sätze wieder aufgenommen. Ein wahres Feuerwerk an eindrucksvollen Motiven führt zu einer reichen Abfolge von Codas und läßt die Sinfonie mit einem kraftvollen Allegro con fuoco enden. Sicherlich ist es ungewöhnlich dieses sinfonische Werk von einem Blasorchester interpretieren zu lassen. Genauer betrachtet scheint es aber zumindest in einigen Punkten auch sehr plausibel. Durchweg alle der markanten Motive und Themen werden von Blasinstrumenten interpretiert. Das kraftvolle Hornthema des ersten Satzes, das 2. Thema des Satzes von Flöte und Oboe, das dritte Thema von der Soloflöte. Die Reprise des ersten Themas ist ein Fest für die Posaunen. Die berühmteste Melodie des Werkes (auch indianische Legende genannt) ist das wohl bekannteste Englischhornsolo der gesamten Musikliteratur. So geht es über Blechbläserchoräle, Oboen- und Klarinettensoli zum großen finalen Tutti, das klanglich von den Blechbläsern angeführt wird. Natürlich können wir nicht so tun als hätte die Streichergruppe nicht eine wesentliche klangliche und charakteristische Position, aber im Vergleich zur klassischen Sinfonie, wie etwa der von Mozart oder Beethoven und Schubert verschiebt sich das instrumentale Gleichgewicht sehr in Richtung der Bläsergruppen. Es stellt eine große und reizvolle Aufgabe für die MusikerInnen im sinfonischen Blasorchester dar, eine schlüssige klangliche Interpretation des Originalklanges zu finden. Natürlich wird es ein anderes Klangbild sein, als wir es von den Sinfonieorchestern gewohnt sind. Trotzdem bleibt die klangliche Differenzierung und dessen musikalische Bedeutung erhalten. |
| Red Cape Tango | Michael Daugherty arr. Mark Spede |
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1939 erschien in den USA das erste "Superman"-Comic -nachdem seine Erfinder Jerry Siegel und Joe Shuster die Rechte für lächerliche 130 Dollar verkauft hatten. Lizenzeinnahmen in Millionenhöhe flossen so an den geistigen Schöpfern dieser Kultfigur vorbei. Der 50. Jahrestag des Comic-Helden "SUPERMAN" und die von ihm erlebten Abenteuer inspirierten Michael Daugherty zu seiner Metropolis Symphony. Das Werk besteht aus mehreren Sätzen und wurde in den Jahren 1988 - 1993 komponiert. In 1993 -dem Entstehungsjahr von Red Cape Tango- zog die berühmte Comic-Figur jedoch weltweit besondere Aufmerksamkeit auf sich: Der herausgebende Verlag "erlaubte" es, dass der bis dahin unverwundbare und unbesiegbare SUPERMAN getötet wird und zwar von einem Monster "Doomsday", was soviel heißt wie Jüngstes Gericht.. Red Cape Tango, der letzte Satz aus der Metropolis Symphony, ist eine Auftragskomposition für das Albany Symphony Orchestra und beschreibt den Todeskampf und das Ende von SUPERMAN und gleichzeitig das Ende einer besseren, einfacheren und heilen Welt, in der Gutes noch gut war und Schlechtes eben schlecht und das Gute stets über das Böse siegte. Das Hauptmotiv, ein Tango, kommt zunächst sehr zierlich daher. Eingeleitet über zwei einsame Solohörner wird das Thema zunächst in der Bass-Linie über den Contrabass eingeleitet und tritt im weiteren Verlauf des Stückes -von verschiedenen Instrumenten aufgegriffen- immer stärker hervor. Gleichzeitig wird ein weiteres Thema dem Tango gegenübergestellt. Es handelt sich dabei um eine sehr melancolische, traurige Melodie, eine Art mittelalterlichen Trauer-Sprechgesang, wie er oft in Totenmessen zu hören ist. Dieses Thema wird eingeleitet durch das Fagott und ebenfalls im weiteren Verlauf durch die unterschiedlichen Register, insbesondere Holzbläser weiter verfolgt. Beide Themen münden über sich abwechselnde Legato- und Staccato-Phasen unterstützt durch kraftvolle Crash-Becken in einen dramatischen Schlußteil. Michael Daugherty (geb. 1954) studierte an der University of North Texas. Für seine Werke empfing er verschiedene Auszeichnungen, u.a. von der "American Academy" und dem "Institute of Arts and Letters". Er ist u.a. Mitglied der Guggenheim-Stiftung. Seine Werke werden und wurden von weltbekannten Orchestern, wie z.B. der Los Angeles Philharmony, der New Yorker Philharmony oder dem Kronos Quartett aufgeführt. Daugherty ist derzeit Professor für Komposition an der Unitversity of Michigan und Composer-in-Residence für das Detroit Symphony Orchestra. |
| Concerto for marimba and wind ensemble | Ney Rosauro |
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Ney Gabriel Rosauro wurde am 24. Oktober 1952 in Rio de Janeiro (Brasilien) geboren. 1964 begann er sein Musikstudium. Von 1972 - 1978 studierte er Komposition und Dirigat an der Universidade de Brasilia. In dieser Zeit startete er auch seine Karriere als Schlagzeuger. Von 1980-1982 studierte Rosauro Schlagzeug und Pädagogig bei Prof. Siegfried Fink an der Musikhochschule in Würzburg und promovierte. Bis 1987 war er Schlagzeuglehrer an der Escola des Musica de Brasilia und als Paukenspieler Mitglied im Orchester des Nationaltheaters v. Brasilien. 1990 - 1992 wechselte er an die Universität von Miami, USA, und erwarb dort seinen akademischen Grad als DMA (Doctor Degree in percussion) bei Prof. Fred Wickstrom. Prof. Rosauro ist nicht nur bekannt durch seine zahlreichen Solo-Auftritte mit namhaften Orchestern wie dem London Symphony Orchestra, dem NHK Television Tokyo oder dem Houston Pallet, sondern auch durch die von ihm verfassten Instrumental-Schulen, Schlagzeug-Methoden und Lehrmaterialien, die in Brasilien, den USA und Deutschland verlegt wurden. Auch als Komponist für Schlagzeug-Solo-Stücke, wie das Marimba-Konzert hat er weltweit große Anerkennung gefunden. 1990 wurde ihm der Titel "Musiker des Jahres" verliehen. Das Werk selbst gliedert sich in insgesamt 4 Sätze. Zunächst wird der Zuhörer über schnelle rhytmische Formeln und exotische Klänge in eine Mischung zwischen Afrika und Fernost versetzt. Es folgt ein langsamer Teil, eingeleitet durch sehr zierliche Marimba-Melodien. Eingestreute Solo-Stellen (Saxophon, Flöte) unterstützen den meditativen Charakter dieses Satzes. Im 3. Satz wird das schwungvolle Spiel des Marimbas durch recht überraschende "Übergriffe" des Orchesters ergänzt. Über anspruchsvolle und aktzentuiert daherkommende Rhythmen mündet das Werk im 4. Satz schließlich in eine freie Improvisation des Marimba-Solisten. Mit diesem Stück bringt Ihnen das Orchester eine deutsche Erstaufführung zu Gehör. Für die Aufführung des Marimba-Konzertes wird das große Benefiz-Orchester hinsichtlich der Besetzung auf ein "Wind-Ensemble" verkleinert. |
| El Camino Real A Latin Fantasy |
Alfred Reed |