Pressebericht zum Benefizzweck 1997

 

Den Waldkircher Kinderschutzbund plagen erhebliche finanzielle Sorgen

Ohne Geld kann der Kinderhort nicht weiterlaufen

WALDKIRCH (fe). Der Kinderhort bereitet dem Kinderschutzbund gewaltige Kopfschmerzen. Noch nicht einmal ein halbes Jahr lang "läuft" die Arbeit an der Kastelbergschule und schon türmen sich die Schwierigkeiten: Insbesondere die Finanzierung macht Sorgen. Mit der Arbeit im Hort sind alle zufrieden: die Betreuerinnen kennen die Nöte und Sorgen der Kinder und deren Hilfsbedürftigkeit und die Eltern wissen ihre Kinder gut aufgehoben. Die Lehrerinnen und Lehrer registrieren sehr deutlich, daß den Mädchen und Jungen geholfen wird.

Der Kinderschutzbund hat das Projekt Hort "gelöst", nachdem die Versuche der Stadt zuvor gescheitert waren. Dr. Silvia Kraus, eine der drei Vorsitzenden, meint, nun sei die Stadt gefordert: "Wir müssen dem Gemeinderat klarmachen, welch unerlässliche Aufgabe wir hier übernommen haben." Es gehe, wie so oft, um die schwächsten Glieder der Gesellschaft! "Wer da mitreden will, der sollte sich gefälligst ein Bild vor Ort machen!", meint Hortleiterin Ortrud Frank. "Die Helferinnen haben sich bereiterklärt, für das erste Jahr mit einer Bezahlung zu leben, die weit unter der liegt, die zunächst vorgesehen war. Und sie haben dies getan, obwohl sie auf einen Verdienst angewiesen sind."

Der Hort ist zu einem großen Teil durch Spenden finanziert. "Wenn das so läuft, denken sich vielleicht die Damen und Herren im Gemeinderat, dann wird es auch »»

  «« weiter so laufen." Es könne, ist aus Kreisen des Kinderschutzbundes zu hören, "doch nicht die Aufgabe von uns sein, Tag für Tag 'die Klinke zu putzen'." Manchmal komme man sich "wie ein Bettler vor", sagen die, die seit Monaten immer wieder Geld- oder Sachspenden organisieren". Karl Nitz, der Gesamtelternbeiratsvorsitzende der Waldkircher Schulen, klagt, mit dem vorgesehenen Zuschuß der Stadt könne der Kinderschutzbund unmöglich arbeiten: "Daß kein Geld in der Kasse ist, das wissen wir, wie aber das vorhandene verteilt wird, das ist die Frage. Ob wirklich in die Zukunft investiert wird, wenn die Nöte unserer Kinder nicht rechtzeitig erkannt werden, das wage ich zu bezweifeln!"

Dieter Weismann, der Rektor der Kastelberschule, erinnert daran, wie jahrelang um den Hort gekämpft wurde. "Die Stadt hat dem Kinderschutzbund Räume unserer Schule gegeben, die längst renoviert werden müßten. Wir haben also im Grunde genommen unsere eigenen Räume zur Verfügung gestellt, so daß es uns nun oft schwerfällt, nötigen Ausweichraum zu finden. Wir müssen an allen Ecken und Enden sparen, der Hort muß weiterlaufen!"

Silvia Kraus rechnet mit etwas mehr Verständnis in der Öffentlichkeit: "Damit wird dann hoffentlich auch die Unterstützung wachsen. Nichts wäre schlimmer, als jetzt zu resignieren, aber es ist kurz davor!"


Quelle: Badische Zeitung vom 19. Februar 1997