Projekt 1993

Konzert 21. November 1993, 20 Uhr
Ort Fritz-Boehle-Halle Emmendingen
Gastdirigent Johan de Meij
Dozenten Ronald Holzmann, Verbandsdirigent im
Oberbadischen Blasmusikverband
Orchester Sinfonisches
Blasorchester
Benefizzweck Lebenshilfe für geistig Behinderte e. V.
Kreisvereinigung Emmendingen
Schirmherr Landrat Dr. Volker Watzka
Erlös DM 11'000,-

 

Benefizorchester 1993 in der Fritz-Boehle-Halle in Emmendingen

 

Programmfolge

Jupiter Hymne

Gustav Holst
Arr.: Johan de Meij

   
Gandalf
1. Satz aus der Symphonie Nr. 1
"Der Herr der Ringe"

Johan de Meij

   
Aquarium
1. Allegretto grazioso
2. Andante - Adagio
3. Finale: Allegro giocoso

Johan de Meij

   
Berceuse
aus der Oper "Mazeppa"

Peter Iljitsch Tschaikowsky
Arr.: Johan de Meij

   
Aladdin Suite
1. Orientalischer Festmarsch
2. Aladdins Traum - Tanz des Morgennebels
3. Afrikanischer Negertanz
Carl Nielsen
Arr.: Johan de Meij

 

- Pause -

 

 
The Exodus Song

Ernest Gold
Arr.: Johan de Meij

   
Start Wars Saga John Williams
Arr.: Johan de Meij
   
The Phantom of the Opera Andrew Lloyd Webber
Arr.:
Johan de Meij
   
Highlights from 'Chess' Björn Ulvaeus
Benny Andersson

Arr.:
Johan de Meij

 

Erläuterungen zu den Stücken 

Jupiter Hymne

Gustav Holst
Arr.: Johan de Meij

Die Jupiter Hymne stammt aus dem vierten Satz des Orchesterwerkes "Die Planeten" des englischen Komponisten Gustav Holst (1874 - 1934). Komponiert wurde der Zyklus in den Jahren 1914 - 1917. Das Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Sir Adrian Boult führte dieses Werk erstmals im Jahre 1918 auf. Gustav Holst charakterisiert den Jupiter als Planeten, der Glück und Freude bringt.

 

Gandalf

Johan de Meij

Johan de Meijs erste Symphonie basiert auf dem gleichnamigen Buch "Der Herr der Ringe" von J. R. R. Tolkien. Der erste Satz ist ein musikalisches Portrait einer der Hauptfiguren der Trilogie - Gandalf, der Zauberer. Seine weise und vornehme Erscheinung wird von den Tenorhörnern und Fagotten durch ein würdevolles Motiv dargestellt.

Mit dem Allegro Vivace wird das silbergraue Pferd Shadowfax des Zauberers vorgestellt. Der Rhythmus dieses Teils vermittelt dem Zuhörer einen schnellen Ritt Gandalfs auf seinem Pferd, der mit Peitschenhieben unterlegt ist. Gandalfs spätere Figur als Mythrandir wird von einem strahlenden Choral der Blechblasinstrumente eingeleitet, der von Holzbläsern mit Figurationen über das Shadowfax-Thema umrahmt wird.

Die Zahl Drei hat eine symbolische Funktion in der Struktur dieses ersten Satzes. So wird die Figur Gandalf durch drei wichtige Themen dargestellt. Desweiteren wurde von Johan de Meij eine dreiteilige Satzform (langsam - schnell - schnell) gewählt. Vervollständigt wird die symbolische Funktion durch die Taktart, die dem ersten Satz zugrundeliegt - dem Dreivierteltakt.

 

Aquarium

Johan de Meij

Die Suite Aquarium für symphonisches Blasorchester von Johan de Meij stellt sechs tropische Fische dar, die alle ihr eigenes Motiv haben und mit diesem Motiv in verschiedenen Gestalten auftauchen. Das Werk besteht aus drei Sätzen:

  1. Allegretto grazioso   Neonfisch, Zitteraal und Segelflosser
  2. Andante - Adagio.   Seepferdchen und Schmetterlingsfisch
  3. Finale: Allegro giocoso   Guppy & Co.

Das "Neonfischmotiv" dient als Leitmotiv und schildert den farbenprächtigen, munteren kleinen Fisch. Von diesem Thema sind einige Varianten abgeleitet worden. Der Zitteraal hat kein Motiv, sondern nur einen bestimmten Rhythmus, der von unruhigen elektrischen Pulsen inspiriert wurde. Der Segelflosser schließlich wird durch elegante Cluster-Akkorde dargestellt.

Im zweiten Satz kommt das Seepferdchen aus den Wasserpflanzen zum Vorschein und beginnt einen Dialog mit dem Schmetterlingsfisch. Letzterer iwrd durch eine einstimmige melodische Linie dargestellt, die im Verlauf des Satzes durch hinzugefügte Parallelquinten und Paralleloktaven einen immer bedrohlicheren Charakter annimmt. Zugleich mit dem Seepferdchenmotiv taucht auch das Neonfischthema wieder auf, diesmal jedoch im Dreivierteltakt und in es-moll.

Der dritte Satz beginnt nur mit zwei Instrumenten (Trompete und Xylophon), aber wie es bei Guppies so üblich ist, nimmt ihre Zahl rapide zu. Pikkoloflöte und Altsaxophon leiten das Guppythema ein, es folgen verschiedene andere Instrumentengruppen. Alle Themen des ersten Satzes "schwimmen" noch einmal vorbei und anschließend führt das Hauptmotiv zu einem strahlenden Finale.

 

Berceuse
aus der Oper "Mazeppa"

Peter Iljitsch Tschaikowsky
Arr.: Johan de Meij

Der russische Komponist Peter Iljitsch Tschaikowsky (1840 - 1893) hinterließ ein umfangreiches Oeuvre: 6 Symphonien, 3 Klavierkonzerte, 1 Violinkonzert, 3 Ballette, Kammermusik und 10 Opern, von denen nur "Eugen Onegin" un d"Pique Dame" geregelt zur Aufführung gelangten. Seine zwischen 1880 und 1883 geschriebene Oper Mazeppa erfreute sich nicht besonderer Beliebtheit, eher das Gegenteil war der Fall. Die Kritiken nach der Premiere in Moskau und Petersburg 1884 waren alles andere als lobend und die Oper geriet bald in Vergessenheit. Dennoch ist das Werk voller prachtvoller Melodien, auf die Tschaikowsky ein Patent zu haben scheint. So endet die Oper mit einer Szene, in der die wahnsinnig gewordene Hautrollenspielerin Maria ein wunderbares Wiegenlied am Sterbebett ihres Liebhabers Andrej singt.

 

Aladdin Suite

Carl Nielsen
Arr.: Johan de Meij

Der dänische Komponist Carl Nielsen (1865 - 1931) schrieb neben sechs Symphonien, drei Solokonzerten (Flöte, Klarinette und Violine), verschiedenen Kammermusikwerken und Vokalwerken auch Musik für das Theater: zwei Opern (Saul & David und Maskerade) sowie Bühnenmusik zu 16 Schauspielen. Die Musik zu Aladdin entstand auf Bitten von Johannes Nielsen, des Direktors des königlichen Theaters von Kopenhagen, der gemeinsam mit dem Schauspieler und Regisseur Johannes Poulsen das Werk von Adam Oelenschläger (nach den Märchen aus 1001 Nacht) in einer neuen Inszenierung auf die Bretter brachte. Aus dieser Bühnenmusik extrahierte Carl Nielsen eine siebensätzige Orchestersuite, die am 6. Februar 1919 unter seiner Stabführung uraufgeführt wurde, noch vor der Premiere des gleichnamigen Bühnenwerks.

Die Bearbeitung für Blasorchester von Johan de Meij umfasst die folgenden Sätze:

  1. Orientalischer Festmarsch
  2. Aladdins Traum - Tanz des Morgennebels
  3. Afrikanischer Negertanz

 

The Exodus Song

Ernest Gold
Arr.: Johan de Meij

Für seinen Film Exodus ist der Regisseur Otto Preminger vom gleichnamigen Roman von Leon Uris ausgegangen. Das Titellied (mit einem Text von Pat Boone) hat - wie es oft der Fall ist - den Film überlebt und wurde schon vielfach bearbeitet und interpretiert. Das Arrangement von Johan de Meij kann nicht nur von einem Blasorchester, sondern auch mit einem Sänger, mit gemischtem Chor oder mit einem Männerchor aufgeführt werden. Diese Bearbeitung ist dem bekannten Marco Bakker gewidmet. Bakker hat schon immer die Zusammenarbeit zwischen Sänger und Blasorchester gefördert und so war es auch für ihn, daß Johan de Meij verschiedene Lieder aus South Pacific und Porgy und Bess arrangierte.

 

Star Wars Saga

John Williams
Arr.: Johan de Meij

Die Musik der Star Wars Saga stammt aus den Filmen Krieg der Sterne und Das Imperium schlägt zurück und wurde komponiert von John Williams, einem der wichtigsten Filmmusikkomponisten der letzten Jahrzehnte.

John Williams (geb. 1932) studierte an der University of California und der Juilliard School of Music in New York bei Rosina Lhevinne. Er schrieb die Musik für über 50 Filme, darunter Das flammende Inferno, Superman, E. T., Indiana Jones und viele andere. Williams empfing verschiedene Auszeichnungen für seine Werke, u. a. zwei American Television Academy Awards und drei Oscars, einen davon für Star Wars im Jahre 1978.

 

The Phantom of the Opera

Andrew Lloyd Webber
Arr.: Johan de Meij

Das Buch von Gaston Leroux Das Phantom der Oper diente dem englischen Komponisten Andrew Lloyd Webber als Vorlage für sein bisher erfolgreichstes Musical (1986) in seiner langjährigen Karriere. Selbst die sonst nicht so Webber-freundlichen Musikkritiker sparten nicht mit Lob und zeichneten das Werk mit vielen Preisen aus. Seine ersten Erfolge erzielte Webber in den siebziger Jahren mit Jesus Christ Superstar und Evita. Mit Cats (1981), Starlight Express (1984) und Aspects of Love (1989) feierte Webber weitere große Erfolge, was ihm endgültig den Ruf als "Musical-König" einbrachte.

Sein neuestes Musical Sunset Boulevard hatte im Juli 1993 in London Premiere udn steht den anderen in nichts nach. Die Show ist für Monate im voraus ausverkauft.

 

Highlights from 'Chess'

Benny Ulvaeus/Björn Andersson
Arr.: Johan de Meij

Sowohl die Komponisten des Musical Chess, Benny Andersson und Björn Ulvaeus (Abba), als auch der Librettist Tim Rice (Texte für Jesus Christ Superstar, Evita u. a.) hatten sich schon eine schöne Karriere aufgebaut, bevor sie mit dem Riesenprojekt Chess begonnen.

Das Musical spielt sich in Meran in Norditalien ab. In diesem Ort findet die Schachweltmeisterschaft statt. Die Hauptfiguren sind der amerikanische Titelhalter und sein russischer Herausforderer; beide sind nicht nur auf sportlicher, sondern auch auf politischer Ebene Gegner. Heutzutage ist das Thema bestimmt nicht mehr aktuell, Chess entstand jedoch 1984 und damals war die politische Lage eine andere. Vielleicht deswegen hat Chess nicht solange standgehalten wie z. B. Cats oder Les Misérables. Die Musik von Chess dagegen hat bestimmt standgehalten und Lieder wie Last Night in Bangkok, I know him so well und Anthem gehören mittlerweile zum Standardrepertoire.